Die Natur gehört zu uns Menschen!Es
wäre falscher Eifer, die Natur dadurch schonen zu wollen, dass man die Stadtbevölkerung
aus ihr fernhält. Infolgedessen würde die für den Fortschritt so wichtige
Symbiosefähigkeit der Menschheit verkümmern, ja sogar als eine nicht mehr praktizierte
kulturelle Errungenschaft verlorengehen. In den Betonwüsten derer Ballungzentren würden
dann mehr und mehr Projekte geplant und in Angriff genommen, die ausschließlich unter
wirtschaftlichen Gesichtspunkten gewinnbringend erscheinen. Und eine Mehrheit
naturentfremdeter Menschen würde diese rücksichtslosen Strategien durchsetzen, auch
dann, wenn ökologisch verheerende Folgen drohen. Denn wer keine emotionale Beziehung zur
Natur hat, nimmt diese Risiken nicht wahr.
Eine solche Beziehung ist aber durchaus als eine wesentliche
Entwicklungsmöglichkeit jedes Menschen angelegt. Fast jeder hat schon erfahren, wie gut
ihm schöpferische Pausen im Grünen, schöne Spaziergänge oder entspannende Stunden am
Wasser tun. Nichts ist besser geeignet, die Leistungsfähigkeit selbst nach großem Stress
wieder herzustellen! Wir erleben es als eine große Bereicherung, Blumen anzuschauen und
Tiere zu beobachten. Vor allem Kinder haben einen ganz starken natürlichen Drang, innige
Beziehungen zu allem Lebendigen aufzubauen.
Das Interesse am Lebendigen zeigt jedes Kind ganz instinktiv, naturgerechtes Verhalten
ist allerdings eine kulturelle Entwicklung, die nie zum Stillstand kommen darf. Jede
Generation muss dies von Neuem lernen. Damit jedesmal eine höhere Stufe des Fortschritts
ereicht werden kann, sind hochwertige Angebote der Natur- und Umwelterziehung genauso
wichtig wie berufsorientierte Bildungsangebote. Denn die unverzichtbare gute emotionale
Beziehung der Menschen zur Natur kann nur funktionieren, wenn jeder willens und fähig
ist, sie zu schonen, zu schützen und in seine Zielsetzungen einzubeziehen.