| Ein paradiesischer Kindergarten |
Auf dem Weg zu meinem Morgeneinkauf im Zentrum des
Naturistencamps Euronat kommt mir ein
gutes Dutzend nackter Kinder von etwa 4 bis 6 Jahren entgegen. Mit ihnen geht die
Betreuerin, die nichts an Körper trägt als ein Paar Flipflops an den Füßen. Sie ist
eine attraktive junge Frau mit mittellangem, dunklem Haar, fröhlichen Augen und einem
makellosen, nahtlos gebräunten Körper. Mit klarer Stimme sagt sie etwas zu
den Kindern, das ich aufgrund meiner schwachen Französischkenntnisse nicht verstehe.
Daraufhin schlägt die fröhliche Gruppe vom "MINICLUB Les Pitchouns" den Weg
zum Strand ein. Als ich wenig später mit meiner Familie dort eintreffe, sehe ich
die Kinder mit ihrer schönen Erzieherin bei lustigen Spielen. Der Spaß steht dabei im
Vordergrund. Ganz nebenbei entwickeln Kinder, die mit naturistischen Aktivitäten groß
werden, ein positives und verantwortungsvolles Verhältnis zum eigene Körper. Und jeder
der Feriengäste in Euronat sieht, wie gut es ihnen dabei geht.
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| Ist hier die Hölle los? |
Im Juni 2005 nahm die Skandalpresse einen Kindergarten ins
Visier, in dem die Kinder nackt herumlaufen und spielen durften. Eine Familie hatte daran
Anstoß genommen und gleich die Polizei eingeschaltet. Die BILD-Zeitung behauptet, ein
Kind habe das andere aufgefordert "Du musst hier deinen Pimmel reinstecken!"
Falls das überhaupt stimmt (was Kenner dieses Blattes für sehr unwahrscheinlich halten),
wollte das Kind vielleicht sein Aufklärungswissen weitergeben. Kinder setzen sich in
diesem Alter mit den Körperfunktionen auseinander, das ist normal und keinesfalls
schlimm. Für die Betreiber des Kindergartens war das ein neuer Erziehungsansatz:
"Die Kinder dürfen sich nackt ausziehen, ihre Körper erfahren, Unterschiede
kennenlernen". Doch nachdem in den letzten Jahren Kindesmissbrauch ein ganz großes
Thema in der Presse war, ist schwer zu vermitteln, dass das ein seriöser Ansatz ist.
Obwohl die Täter meist dem privaten Umfeld entstammen, müssen auch
Erziehungseinrichtungen die Kinder mit aller Macht davor schützen, dass ihr argloses
Vertrauen in scheußlichster Weise missbraucht wird. Mit Körpererfahrung zu
experimentieren, kann leicht zu einer Gratwanderung werden.
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| So neu ist das gar nicht! |
Dabei ist Naturismus mit Kindern durchaus kein neuer
Erziehungsansatz. Die Kindergartengruppen der Naturistencamps praktizieren das seit
Jahrzehnten. Und schon 1931 wurde von einer FKK-Kindergruppe berichtet -- siehe den
Artikel von den "Nacktfröschchen".
Man kann mit Sicherheit eine Form finden, in der sexuelle Übergriffe ausgeschlossen sind
und dies, etwas durch Mitwirkung von Eltern und älteren Geschwistern, auch kontrollieren. Für
die öffentlichen Kindergärten ist das nicht so einfach zu realisieren. Auch ergibt sich
in der heutigen multikulturellen Gesellschaft das Problem, dass viele Ausländer Nacktheit
auch bei Kindern nicht akzeptieren. So wird aus einem Freiburger Kindergarten berichtet:
"..... Wir haben einen runden Tisch zum Thema Badehosen veranstaltet",
berichtet die Erzieherin. Muslimische Mütter und Väter erklärten, wieso ihr Kind nicht
nackt planschen soll. Anschließend konnten alle mit dem Badehosenzwang besser
leben."
Allerdings stellt sich hier die Frage, warum man einfach eingeknickt ist und
den Muslimen nicht erklärt hat, dass das positive Verhältnis zum Körper in unserer
Kultur ganz wichtig und unverzichtbar ist. Vielleicht hätten dann alle mit der nackten
Freiheit der Kleinen besser leben können!
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| Wo geht's zum Paradies? |
Wie man sieht, herrschen in unserer Gesellschaft
gegensätzliche Meinungen über das richtige Verhältnis zum Körper. Die günstige
Auswirkung des naturistischen Lebensstils auf die Entwicklung der Kinder ist leider nicht
allgemein anerkannt. Schule und Kindergarten können sich deshalb nur mit großer Vorsicht
dafür engagieren. Umso mehr können Familien Nutzen aus naturistischer
Freizeitgestaltung ziehen. Bei textilfreier Aktivität in der Obhut der Angehörigen kann
sich das bejahende Verhältnis zum Körper am besten entwickeln. Hierbei können seriöse
FKK-Vereine und Urlaubsanbieter Unterstützung geben. Durch kindgerechte Aktivitäten
können sie ihre gesellschaftliche Bedeutung sehr wirkungsvoll unter Beweis stellen.
Folgende Beispiele seien genannt:
 | familienfreundliche Angebote auf den Vereinsgeländen: Gelände- und Kreativspiele, Barfußpfad..... |
 | öffentliche Familientage, die in der Presse angekündigt werden, |
 | verbilligte Mitgliedschaft für Tagesmütter, |
 | seriöse Kinderbetreuungsangebote, |
 | kindgerechte Sauna- oder Kneippaktionen als Angebote für Kindergruppen zu günstigen
Tarifen. |
Vereine oder auch für FKK aufgeschlossene Eltern-Kind-Gruppen können hier mehr
bewirken, als die Gesellschaft aus eigener Kraft leisten kann. Der gute Kontakt innerhalb
solcher Gemeinschaften gibt den Kindern Sicherheit vor unlauteren Machenschaften. So
können neue Generationen in der Harmonie von Körper, Geist und Seele heranwachsen. |
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William-Adolphe Bouguereau
Bruder und Schwester
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